Donnerstag, 14. September 2006

Si claro ...

Companeras

... kommen wir wieder! Das waren unvergessliche Tage. Verzeiht, dass wir weder Bilder liefern konnten noch einigermaßen regelmäßig schreiben konnten. Mit der Informationsfreiheit in Kuba ist es schlecht bestellt! So verhält es sich auch mit meinen Flickr-Kenntnissen. Wer kann mir sagen, wie ich dort Bilder veröffentliche und einen Link auf diese Seite stelle? Dann könnt ihr endlich was sehen!

Heute morgen sind wir um 10 Uhr in Frankfurt angekommen. Zunächst rcht müde (siehe Foto), doch bald wieder voller Tatendrang. So konnten wir in Mainz einen Laden auftreiben, der täglich frische Minze verkauft. Gemeinsam hingen wir noch ein bisschen rum, mit unserem Freund Bob (=Mojito), diesmal ohne Bib (=Cuba Libre). Dann hiess es Abschied nehmen für die Companeras. Wobei sie, eifrig schwatzend, den Zug nach Freiburg an sich vorbeifahren ließen. Ob Pferdekarren und Eisenbahnen in Kambodscha, Tuktuks in Thailand, Fahrradtaxis in Vietnam, staatliche Passagierfähren in Cuba - ein Kinderspiel für uns. Doch die deutsche Bahn stellt nach wie vor ein große Herausforderung dar.

Mittwoch, 13. September 2006

trinidad

Hi Leute! Sorry, seit Tagen war auf Cuba kein Internet mehr verfuegbar. Deshalb nun ein Nachtrag:

Trinidad ist eine sehr schoene, aber fuer uns inselverwoehnte Girls eine sehr verschlafene Stadt. Zunaechst gaben wir uns alle Muehe und versuchten uns die Stadt schoen zu trinken, oder, mit den Worten unserer australischen Freunde: Wir setzten uns die Bierbrille auf. Jeden Abend verbrachten wir mit immer wieder neuen Trinkspielen des Kaenguruhkontinents. Australien muss tatsaechlich sehr langweilig sein (so lasen wir es auch schon im Playboy auf dem Hinflug), denn die Vielfalt an unsinnigen Gruppenamusements ist schier unerschoepflich.

Die drei Jungs Billy, Jan und John'O hatten wir bereits in Havanna in einer Schlange (wo sonst) kennengelernt und trafen sie im Bus nach Trini-schnarch-dad wieder. In Begleitung von Oscar der der Besitzer der Casa der Boys ist, erkundeten wir eine Hoehlendisco. Die Location ist umwerfend, aber leider tummelten sich auch hier - wie in der Stadt - viel zu viele Touristen. Oscar war ueberzeugt davon, dass wir Lesben sind, und war sogar bereit 1/4 des durchschnittlichen Monatsgehalts eines Cubaners darauf zu verwetten.

Oscar weiss uebrigens alles, was unter anderem seinem illegalen privaten Internetanschluss und Satellitenfernsehen zu verdanken ist. Durch ihn erfuhren wir auch den Grund des massiven Insektenvernichtungsschlags, den wir hier tagtaeglich miterleben:
Regelmaessig werden Taxis, Busse und Wohnungen mit einer Rauchmaschine verseucht. Laut Oscar geschieht dies wegen des auf der Insel grassierenden Dengue-Fiebers, das durch Moskitos uebertragen wird. Die cubanische Regierung haelt das Ausmass der Seuche geheim (bzw. behauptet, die ganze Welt sei davon genauso betroffen wie Cuba), geht jedoch mit massiven Strafen gegen Buerger vor die bspw. offene Wasserbehaelter im Garten haben oder sich gegen die Ausraeucherung wehren.

(Anna)

Das wunderschoene Trinidad mi seinen kleinen bunten Haeusern mit den hohen vergitterten Fenstern hatten wir nach nur ein paar Stunden erkundet. Ueberall sah man Menschen in ihren Gitterkaefigen haengen, beobachtend oder plaudernd, von einem Fenster zum naechsten. Neben sich hatten sie stets einen huebschen hoelzernen Vogelkaefig, das Zuhause kleiner bunter Flattermaenner. Mit ein wenig Glueck und guter Beobachtung konnte man in dem einen oder anderen Wohnzimmer eine Pizzeria, Eisdiele oder einen illegalen Obst- oder Zigarrenstand entdecken.

Was uns besonders auffiel waren die monstroesen Torten die in Massen durch die Stadt getrage wurden. Sie sollten zu Opfergaben fuer die Patronin Cubas werden, zu deren Ehren auch eine Prozession stattfinden sollte. Wir gerieten eines abends in einen vorzeitigen Festzug der schwarzen Bevoelkerung Trinidads, die es wohl nicht erwarten konnte ihrer Santeria Yemayah zu huldigen. Es war ein spannendes Spektakel das wir miterleben durften. Die afrikanischen Trommelrhythmen, Gesaenge und Taenze zogen uns sofort in ihren Bann.

Da die Stadt selbst ausser ihrer verschlafenen Schoenheit nicht viel weiteres zu bieten hatte, fuhren wir mit einem Coco-Taxi an den etwas weiter entfernt gelegenen Strand. Coco-Taxis sind kleine gelbe Kugeln mit einem Dreiradfahrgestell, die in der Realitaet irgendwie fehl am Platze wirken, denn sie sehen aus wie aus einem Comic entsprungen. Wir verbrachten faule Stunden am Strand, immer in Begleitung traditioneller cubanischer Musik.

Eines Tages machten wir einen Ausflug zu Pferde. Wir waren dabei zwar mit einer Gruppe Touristen unterwegs (die sich als sehr nett herausgestellt hat), dennoch wurden uns erstaunlich viele Freiheiten gelassen. Ein Bilderbuch-Cowboy gab uns nur kurze Instruktionen und von da an waren wir so gut wie auf uns alleine gestellt. Es ging einen steilen steinernen Berg hinab, durch eine Fluss hindurch ( wobei mein Pferd so tief versank dass es beinahe schwimmen musste) und weiter durch wunderschoene Waelder bis zum Nationalpark Sierra del Escambray.

Den Park besuchten wir natuerlich auch. Ein kleiner Weg fuehrte hindurch, ueber altersschwache Haengebruecken, Baumstaemme und grosse Steine zur Flussueberquerung bis zu einem grossen Wasserfall. Dutzende von Schmetterlingen begleiteten uns auf unserem Weg. Am Wasserfall, der umgeben war von hohen Felswaenden, konnten wir nach Herzenslust herumplantschen, ins Wasser springen und in eine unheimlich wirkende Hoehle hineinschwimmen in der grosse Fledermaeuse hausten- und wieder war ich hinter einem Wasserfall!

Unsere Zeit in Trinidad war sehr schoen, doch konnten wir uns keine weiteren Ausfluege mehr leisten, weshalb wir uns entschlossen nach Santa Clara aufzubrechen.

(Julia)

Dienstag, 5. September 2006

La falta -der mangel

Es wird langsam Zeit, etwas ueber die alltaeglichen Probleme in diesem kommunistischen Land zu berichten. Wie schon kurz angedeutet, muss man hier ziemlich oft ziemlich lange auf irgendetwas warten - und bekommt dann am Ende doch nichts.

Wo man in Cuba hinsieht bilden sich Schlangen wartender Menschen. Sei es vor Lebensmittelgeschaeften oder -ausgabestellen, vor Banken, Schreibwarenlaeden, Busticketstaenden, Internetcafes oder sogar Telefonzellen: Es wird gewartet, oftmals mehrere Stunden lang. "Quien es el ultimo?" - "Wer ist bderletzte?" war so auch einer der ersten Saetze die wir hier zu lernen hatten.

Nach ca. der ersten Stunde beginnt man schon etwas apathisch zu werden. Das steigert sich dann soweit, dass man - nach drei Stunden endlich am Zielort angekommen - nur noch ein einfaches Schulterzucken zustande bringt, wenn man die Mitteilung bekommt, dass alles ausverkauft ist oder man sich an der falschen Stelle angestellt hat.

Das geht nicht nur uns so, das geht auch den Cubanern so. Wo man in der Schlange hinsieht: teilnahmslose, willenlose Gesichter. Anders ist es, wenn sich gerade eine neue Schlange bildet, oder nicht ganz klar ist wer denn jetzt der erste ist. Dann erwachen die Cubaner zum Leben, es wird geschrien und gekeift und gedraengelt, mit aller Gewalt und Ellenbogenkraft. Man weiss dann gar nicht mehr wie einem geschieht.

Die Organisation der staatlichen Stellen ist einfach katastrophal, und fast alles hier ist staatlich. Die Gueterverteilung funktioniert einfach nicht richtig. Geht man in ein Geschaeft, dann gaehnen einen leere Regale an, oder Regale, nur beladen mit Mayonnaise und Tomatensauce. Frisches Obst und Gemuese bekommt man nur zu bestimmten Zeiten auf den agromercados. Dort duerfen die Bauern ihre ueberschuessige Ware verkaufen die nicht in den Export geht.

Auf der Isla de la juventud gab es waehrend unseres gesamten Aufenthalts kein Trinkwasser zu kaufen, wir mussten uns mit Rum und Cola und total ueberteuerten Fruchtsaeften begnuegen (die sich die Einheimischen natuerlich nicht leisten koennen). In den letzten beiden Tagen gab es dort nicht einmal mehr "normales" Wasser, welches zum Duschen und fuer die Toilette genutzt, und, gefiltert, auch getrunken werden kann. Die Tanklaster sind eben einfach nicht gekommen.

Das alles ist etwas gewoehnungsbeduerftig und fuehrt natuerlich auch bei den Cubanern zu Unmut. Dennoch aergern die meisten sich nicht lange darueber sonder tanzen einfach weiter. Und die anderen wandern eben aus - zur Not auch nur mit Hilfe einer Luftmatratze.

Cuentos de la Isla

La vida en la isla

Am Mittwoch brachen wir von unserer gemuetlichen Bleibe in Havanna auf mit dem Ziel LA ISLA DE LA JUVENTUD. Den Kopf voller Geschichten von Carlos, unseren Hausvater in LaHavanna, der uns bei einer Flasche Rum vom Leben im sozialistischen Cuba berichtet hatte, ging es zum Busbahnhof, wo wir eine Enttaeuschung erlebten: Heute kein Bus zum Hafen! Der naechste sollte erst am naechsten Morgen fahren. So nahmen wir all unseren Muut zusammen und vergassen auch unsere Sparsamkeit, und stiegen in das abgef=== Taxi eines niedlichen spindelduerren Cubaners, der uns binnen 2 Stunden in die HAfenstadt Batabano brachte. Bevor wir aufs Boot durften, mussten wir einige Stunden vor dem Waerterhauschen warten - beobachtet von einer Reihe neugieriger Cubaner. Fotos folgen.

Am Abend kamen wir endlich auf der Insel an, die einen angenehmen Gegensatz zu Havanna bot: Ueppiges Gruen wohin man schaut, Vogelgezwitscher, lauter kleine bunte Haeuser und wie immer: Cubanische Musik aus allen Ecken. Unsere Hausvaeter erwarteten uns schon am Steg.

Das Leben auf der Insel ist ganz nach unserem Geschmack: Morgens, nach einem leckeren Fruehstueck mit frischen Fruechten UND Marmelade, zubereitet von der zauberhaften Clara, schnappten wir uns die geliehenen Mountainbikes und los gings in die kleine Stadt, flanierend Besorgungen machen und unsere Freunde treffen. Danach schnell auf den Sattel und weiter zum Strand!

Am ersten Tag auf der Insel radelten wir die acht Kilometer zum Playa negro, wo wir nach einem kurzen Sonnenbad vom (angenehm warmen) Regen ueberrascht wurden. Trotz des Gewitters planschte ich munter im Wasser herum und genoss das unwirkliche Bild, das sich mir bot: Direkt ueber der Wasseroberflaeche schwebte zentimterdicker Nebel, und die dicken Tropfen des Tropenregens schlugen, kreisfoermige Wellen hinterlassend, auf dem Meer auf. Leider waehrte die meditative Ruhe nicht lange, denn ein wolluestiger Cubaner tauchte neben mir auf, dem ich alsbald erzaehlte, dass mein deutscher Ehemann zuhause sehnsuechtig auf mich wartet.

An unserem zweiten Tag auf der Insel liessen wir es aufgrund des vielen Rums der letzten Nacht, der von unseren Koerpern verarbeitet werden musste, gemuetlicher angehen. Wir besuchten den etwas naeher gelegenen Strand Paradiso, der zwar nicht so schoen ist wie der andere, jedoch wunderbar flaches, lauwarmes Wasser bot. So konnten wir stundenlang darin herumliegen und, den Kopf in die Haende gesetuetzt, den wirren rumgeschwaengerten Gedanken folgen. Hier am Strand sind also die Piraten eingefallen, drangen durchs dichte Buschwerk, und zogen raubend und brandschatzend ueber die Insel ... Das Palmenpanorama und das endlose Gruen der Berge, die sich hinter dem Strand erheben, boten genuegend Raum fuer unsere Fantasien ... ... ... Am Abend genossen die Companeras bei sanften cubanischen Klaengen den Sonnenuntergang auf der Dachterrasse.

Der dritte Tag begann mit einem lockeren Ride auf unseren Bikes durch die Stadt, wo wir unser Schiff zurueck buchen wollten und einkaufen wollten. Wie immer wurden wir begleiten von Zischen, Rufen und Pfeifen der Bewohner. Wenn man wie gewoehnlich in irgendeiner Schlange steht um irgendetwas zu erwerben (was es dann nicht gibt), ist man sich immer einer netten Unterhaltung sicher. Ob Heiratsangebote, ein kleiner Tanz am Abend oder einfach nur der Wunsch nach einem Betthupferl - solche Begegungen gehoeren zum Inselalltag. Nach einem Strandaufenthalt luden wir uns in den Garten einer cubanischen Familie ein, wohinein wir durch einige Bananenstauden und Avocadobaeume gelockt wurden. Was fanden wir ausserdem noch vor? Eine versteckte Autowerkstatt, wo ein paar - wie immer bildschoene - Inselbewohner alte Cadillacs herrichteten.

Der letzte Tag war eine einzige Poolparty. Wir trafen durch Zufall zunaechst Jules Tanzpartner vom Vorabend (in einer Warteschlange, wo sonst), und spaeter auch noch meinen Tanzpartner vom Vorabend (bei unseren ersten Mojitos am fruehen Nachmittag), und gingen mit den beiden ins Schwimmbad eines Luxushotels. Dort waren wir ca 4 Stunden im Wasser und tanzten und tranken Rum usw usw ... Cuba eben. Ein DJ aus Italien, der seine Kanzel hoch oben ueber dem Pool hatte, legte richtig gute RIGATONS und RETROS auf. Die Musik in Cuba ist der Kracher!!!

(Anna)

Jorge y Rey
Angekommen auf dieser wunderschoenen Insel, sind wir in einem aeusserst schwulen Haushalt gelandet. Jorge y Rey - das sind unsere beiden neuen Hausvaeter. Dass die beiden schwul sind war uns schon klar bevor wir es im Dorf bestaetigt bekamen (schwul sein in Cuba ist nicht gerade leicht...).

Diese Liebe zum Detail die hier im ganzen Haus zu finden ist ist einfach umwerfend. Die beiden haben sich ein richtiges kleines Paradies geschaffen. Auf der wunderschoenen Terrasse des Hauses sitzen wir nun, auf der zweiten Ebene um genau zu sein, zu der eine winzige Wendeltreppe hinauffuehrt. Von hier aus kann man das gesamte Dorf ueberblicken und die schoensten Sonnenuntergaenge und Himmelsfarben erleben.

Die erste Etage der Terrasse hingegen ist mit einem Palmendach versehen und von einem hoelzernen Sichtschutz umgeben. Eine wunderschoene kleine Bar gibt es hier, ueberall stehen huebsch verschnoerkelte kleine metallene Bistrotische; Pflanzen aller Art, eine Haengematte und Schaukelstuehle sind vorhanden, und ein schoen kitschiger Springbrunnen. Ein steinerner Elefant ueberwacht das Ensemble.

Alles hier ist in liebevoller Kleinstarbeit selbst gebaut und gestaltet, und wird stetig erweitert. Der arme Jorge hat schon wieder den schlimmsten Muskelkater vom Zementsackschleppen (und laesst es auch jeden mehrmals taeglich wissen...).

Die beiden sind auch sehr tierlieb: es gibt Zierfische, Schildkroeten, einen kleinen ueberzuechteten Hund, und das Gezwitscher der beiden Papageien begleitet Celine Dion waehrend wir unser wunderbares Abendessen geniessen.

Fuer das Abendessen und auch sonst alle unsere Probleme und Sorgen ist Clara zustaendig, die es sich auch nicht nehmen laesst, uns mit den huebschesten muchachos der Stadt verkuppeln zu wollen (am liebsten mit ihrem Sohn).

Nuestros amigos de la isla

Nach nur sehr kurzer Zeit auf der Insel waren wir schon bekannt wie bunte Hunde. Das lag nicht nur daran, dass wir fast die einzigen Touristen waren (und dann natuerlich auch noch weiblichen Geschlechts...), sondern auch an der Tratschfreudigkeit unserer Gastgeber, deren Nachbarn und Clara.

So wusste bald jeder woher wir kommen, wie wir heissen und wie es mit unseren Faehigkeiten beim Salsa tanzen vorangeht. Gespraechsthema Nummer eins der Insulaner war jedoch unser erster naechtlicher Ausflug in die Dorfdisco und unser etwas peinlicher Auftritt danach, als wir, ziemlich mareo und ohne Schluessel versuchten unser Bett bei Jorge y Rey zu erreichen.

Wohin wir bald kamen wurden wir bei unseren Namen gerufen und mit besitos beglueckt. Das gefiel uns natuerlich, und hatte auch einige Vorteile: Kokosnuesse, Armbaendchen, Rum und gratis Salsaunterricht fuer die beiden chikas de alemania.

Liebe Inselbewohner!
Wir verlassen euch nur aeusserst ungern, ihr seid uns sehr ans Herz gewachsen. Aber man soll ja immer gehen wenn's am schoensten ist...

(Julia)

Montag, 28. August 2006

LAS COMPANERAS Y LAHABANNA

Nach 4 faulen Strandtagen ist nun wieder Action angesagt.

Wie immer war uns das Glueck hold und wir haben wieder eine traumhafte Unterkunft gefunden. Es ist wieder eine casa particular, eine Preivatunterkunft also, und wieder ist die Familie fuersorglich und herzlich.

Die alte Senora war hoch erfreut mit ihrer Waschmaschine prunken zu koennen als ich sie nach einer Waschschuessel fragte, und Carlos, der Hausvater nahm mich zuerst einmal ins Gebet um mir die Gefahren Havannas darzustellen und wie man ihnen am besten entrinnt. Zum Glueck spricht er englisch. Die Wohnung in der wir nun also leben ist unbeschreiblich schoen. Hohe Decken, Stuck, Fluegeltueren, alles Ton in Ton, und dann auch noch im Herzen der Altstadt. Wir fuehlen uns wie Prinzessinnen.
Jane, eine Englaenderin die wir in Varadero kennen gelernt hatten, hatte uns die Adresse ihrer letzten casa particular in Havanna gegeben, wo wir gestern (auf fremde Hilfe angewiesen) klingelten und uns breit machen wollten. Wir bekamen dann jedoch aufgrund Raummangels eine geheime Botschaft auf spanisch, die uns zu einem Haus fuehren sollte auf dessen Balkon eine Dame warten wuerde die uns weitere Hinweise geben sollte. So geschah es. Die Dame war unsere alte Senora, die uns vor ihren Kolonialstilgemaechern wild herumfuchtelnd andeutete wie wir ihr Haus betreten sollte. (Klingeln und so weiter ist hier wie schon erwaehnt keine einfache Angelegenheit.)

Seidem streifen wir durch Havanna, bestaunen die unendlichen Reihen einst wunderschoener Haeuser, suchen Obst oder Gemuese (finden aber nur REis mit Bohnen und Banabebchips), lassen uns von Musikern besingen, (gestern bekamen wir sogar ein kleines deutsches Schnulzenstaendchen fuer uns ganz allein), und lassen unser Selbstbewusstsein aufgrund der unzaehligen "olas", "ksts", "psts" und "tsts" in den Himmel wachsen.

Samstag, 26. August 2006

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!

So sagte es unsere Reisebekanntschaft Tristan, ein neuseelaendischer Bruce Lee. Sein einziger deutscher Satz!

Das Leben hier besteht aus Baden, Sonnen, Mojitos, Cuba Libres, und Reis mit Bohnen. Das Land ist total unterversorgt, was anstaendiges Essen angeht. Ich arme Suess-Fruehstueckerin kriege mein Marmeladenbrot nicht, ganz zu schweigen von Muesli oder Fruechten (was fuer ein Luxus!)

Unsere Familie, bei der wir bis morgen untergebracht sind, koennte herzlicher nicht sein. Gestern hat der Vater einen riesigen Fisch angeschleppt, der zum Abendessen diente.

Morgen gehts weiter nach Havanna!
Leider, lieber Flo, koennen wir keine Fotos reinstellen. Sind verwoehnte Goeren, was die Elektronik betrifft, und gingen wie selbstverstaendlich von Cardreadern aus, die es hier im einzigen Internetcafe natuerlich nicht gibt!!!

Uebrigens, Ruth: Ich gebe mir alle Muehe, bei deinem Training fuer den Mainzer Volkslauf mitzuhalten und war gestern am Strand laufen. Ein Traum ... danach ins lauwarme Wasser ...

Haltet Euch ran mit den Kommentaren! Der Verfasser des bloedesten kriegt eine echte kubanische Zigarre, und der des geistreichsten auch.

Donnerstag, 24. August 2006

Bienvenidos Amigos!

Das freut uns ja, dass ihr schon so fleissig kommentiert habt. Ein dickes dickes Lob! Weiter so! Wie ihr seht haben wir schon ein Internetcafe gefunden, auch wenn es unsagbar teuer ist, und langsam noch dazu. Aber ihr wisst ja, nichts koennte uns davon abhalten Euch gebuehrend unterhalten zu wollen.

Ach, was sind wir froh, dass wir uns dazu durchringen konnten 37 Euro mehr auf den Tisch zu blaettern und auf diese wunderschoene Insel zu fliegen. Ein Urlaub in Suederbrarup (www.suederbrarup.de) waere sicherlich auch jeden Cent wert gewesen, nochmals danke fuer die Einladung Adi, doch nun haben wir die Moeglichkeit, dieses einzigartige Cuba unter Fidel Castro noch erleben zu duerfen solange er noch fidelt, ganz so wie wir es uns gewuenscht hatten.

Und einzigartig ist es dieses Cuba, die Cubaneros wissen wirklich zu leben, ueberall ist Musik drin. Hier scheint es keinerlei Stress zu geben, es wird entspannt und gefeiert bis die Insel bebt. Cuba scheint ein absoluter Partystaat zu sein, nicht umsonst wurden hier weltberuehmte Cocktails, Zigarren Taenze und Musikrichtungen erfunden, und nicht umsonst laufen hier ueberall extrem leicht bekleidete Menschen herum. Ungezwungener Sex ist laut unserem Reisefuehrer ein unabdingbarer Bestandteil der cubanischen Lebensart.

Wir haben eine schoene Privatunterkunft in einer kleinen herzlichen cubanischen Familie gefunden die uns liebevoll umsorgt. Das Haus liegt nur ein paar Meter vom Strand entfernt, einem Strand wie aus dem Bilderbuch, feinster weisser Sand, und das Meer - jetzt weiss ich endlich was obsidianfarben bedeutet. Ausserdem ist es warm wie in der Badewanne.

Genug der Schwaermerei, ich moechte Euch ja nicht vergraulen.

Heute Abend werden wir vermutlich ein cubanisches Lichterfest besuchen, Annas neuester Aufriss, ein huebscher blauaeugiger cubanischer life guard hat uns eingeladen.

Wir sind sehr gespannt was uns noch erwartet, erstmal wollen wir noch ein paar Tage hier bleiben um dann weiter zu ziehen, neuen Abenteuern entgegen.

An Anne und Tobi: her mit den Tips! wo wart ihr, was koennt ihr uns empfehlen?
An alle anderen: Haltet uns auf dem Laufenden, ihr wisst, wir lieben Klatsch und Tratsch!

Dienstag, 22. August 2006

Hola companeras y companeros!

Morgen geht er los, unser kleiner Spontantrip in die Karibik.

Ungeplanterweise müssen wir hier in der Albinistraße eine zweite Nacht verbringen, doch das tun wir gerne, denn unsere Hausmutter Helen umsorgt uns vorzüglich und die Betten sind rein.

Ab morgen könnt ihr unsere Erlebnisse hier verfolgen, vorausgesetzt, der Einparteienstaat stellt uns genügend Internetkapazitäten zur Verfügung.

Herzlichst, Eure Jule und Anna

juleeee
Jule in unserem gemütlichen Dorm in der Albinistraße, gebannt das Staatsfernsehen verfolgend

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Links

Suche

 

Status

Online seit 1986 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 26. Okt, 07:38

Profil
Abmelden
Weblog abonnieren